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Yoga & Meditation

Geduld ist das Erstarken unserer Fähigkeiten. Wenn wird geduldig sein können, dann können wir unsere innere Willenskraft stärken.

Sri Chinmoy

#Monats-Thema März 2019 | Geduld


Gehörst Du auch zu denjenigen Menschen, die nicht gerne Warten? 

Wir haben die Innovationen, Technologien und Infrastruktur, um alles innerhalb von kurzer Zeit, ortsunabhängig zur Verfügung zu stellen bzw. abzurufen. Die sich daraus entwickelnde Erwartungshaltung ist ein Grund, warum wir tendenziell ungeduldiger sind, als noch vor 30 Jahren.

 

Aber was bedeutet es, geduldig zu sein?

Geduld ist die Fähigkeit abwarten zu können, etwas ruhig und ohne zu reagieren, ja gar ohne gross darüber nachzudenken ertragen zu können. Etwas mit Nachsicht zu erdulden, oder auch anderen zu vergeben. Geduld ist eine Tugend die wir entwickeln können. Zum Beispiel in Form von Qualitäten wie Besonnenheit, Standhaftigkeit, Ausdauer, Kraft, Vergebung, Sanftmut, Hingabe.

 

Doch Vorsicht, zu viel Geduld kann verhindern, dass wir aktiv sind und gestalten. Geduld muss also mit Aktivität, Durchsetzungsvermögen und einer Prise Spontanität einher gehen, so dass wir mit Gelassenheit und doch Entschlossenheit unseren Weg gehen.

 

Schlussendlich ist die Geduld auch im Zwischenmenschlichen eine wertvolle Tugend. Denn geduldige Menschen weisen in der Regel weniger Konfliktpotenzial auf, wirken unter Druck entspannter und im Gespräch fokussierter.

 

Sri Chinmoy sagte: "Geduld ist das Erstarken unserer Fähigkeiten. Wenn wird geduldig sein können, dann können wir unsere innere Willenskraft stärken."

 

So widmen wir uns im März dem Thema Geduld und kultivieren durch bewusste Entspannung und Achtsamkeitsübungen auf der Yogamatte und dem Meditationskissen unsere Tugenden wie Gelassenheit, Sanftmut und Ausdauer.

#Monats-Thema Februar 2019 | Leichtigkeit


Leichtigkeit kann auf verschiedene Weise definiert werden. Als Ausdruck von Qualitäten wie Freude, Glück, Zufriedenheit, Flexibilität, von allen weich-fliessende Qualitäten die mit Wohlgefühl einhergehen. Oder Leichtigkeit im Sinne von sich frei fühlen, beschwingt sein, unbeschwert durch das Leben gehen, schwierige Situationen mühelos meistern, Herausforderungen optimistisch anpacken, Problemen mit Geduld und Gelassenheit begegnen.


Das Gegenteil von Leichtigkeit beschreiben wir mit Schwermut, Anstrengung, oder auch hart, träge, lethargisch oder beschwert sein. Wenn wir uns fühlen, als würden wir einen Felsen hinter uns herziehen, Probleme wälzen, Grübeln. Gerade in Zeiten von Stress und unter Druck, reagieren wir meist verstärkt mit Anstrengung. Statt flexibel zu bleiben und in eine Leichtigkeit zurückzukommen, richten wir uns noch stärker aus, wenden noch mehr Kraft auf, um eine stabile Position zu wahren. Positive Qualitäten wie Stabilität und Beständigkeit bekommen nun etwas verkrampftes, starres. Das ruhige und achtsame Ruhen in seiner Form wird zum verbissenen Festhalten.


So hat Leichtigkeit viel mit Loslassen zu tun. In der Meditation üben wir, immer wieder achtsam durch den Körper zu gehen und wahrzunehmen, ob neben Stabilität, Beständigkeit und Stärke wir noch unnötige Spannungen festhalten. Immer wieder versuchen wir, die grossen schweren Felsbrocken hinter uns loszulassen um wieder zurück in die Leichtigkeit zu finden.


Vielleicht gehören wir aber auch zu den Menschen, die von Natur aus leichtfüssig durchs Leben gehen. Wie ein Luftikus lieben wir es mal hier mal dort zu sein und lassen uns dabei von unseren Emotionen lenken. Da kann es schon mal passieren, dass wir die Bodenhaftung verlieren. So ist es auch wichtig, dass die Leichtigkeit geerdet ist, dass das Im-Fluss-Sein auch eine zugrundeliegende Stabilität, einen Anker hat, damit man sich - wenn es mal zu turbulent wird - auch wieder ausrichten und in die Stille seiner Form zurückkommen kann.


Ein ausgewogenes Leben braucht beides: sowohl Stabilität als auch Leichtigkeit. Geplantes verlangt uns Stärke und Beständigkeit, während Unvorhersehbares Flexibilität und Leichtigkeit fordert. So werden wir immer wieder heraus gefordert die Balance zwischen den Polaritäten zu finden und die Gegensätze in uns zu vereinen. Denn haben wir über einen längeren Zeitraum zuviel des Einen, verlieren wir unser Gleichgewicht. Das Leben wird dann anstrengend und macht uns so darauf aufmerksam, dass etwas verschoben ist und wir uns bemühen sollten, wieder in die Mitte und in Einklang zu finden.


So widmen wir uns im Februar ganz dem Thema Leichtigkeit und üben auf der Yogamatte und dem Meditationskissen die goldene Mitte zu finden. Das Gleichgewicht zwischen Erde und Luft, zwischen Bodenständigkeit und Luftikus, die Balance zwischen Vernunft und Wagemut.

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Nicole Steiner

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